Kontinuität in der Anbetung (ibādāt)

20. Mart 2026

Verehrte Muslime!

In unserer heutigen Hutbe geht es um die Notwendigkeit der Kontinuität in der Anbetung.

Allah Taʿālā hat uns erschaffen, damit wir Ihm dienen und Ihn anbeten. Im heiligen Koran heißt es: „Ich habe die Dschinn und die Menschen nur erschaffen, damit sie Mir dienen.” (Az-Zāriyāt, 51:56)

Die Anbetung ist keine vorübergehende Angelegenheit, sondern ein lebenslanger Prozess. Sie nur auf den Monat Ramadan zu beschränken, zeugt davon, dass man den tiefen Sinn der Anbetung nicht verstanden hat. Die Anbetung ist nicht so eng und oberflächlich, dass sie sich auf  einen einzigen Monat beschränken ließe. Richtig ist es, den Monat Ramadan als einen Neuanfang zu betrachten und danach zu streben, im Dienste Allahs noch höhere Stufen zu erreichen.

Allah Taʿālā sagt im heiligen Koran: „So lobpreise deinen Herrn und sei einer von denen, die sich niederwerfen. Und diene deinem Herrn, bis die Gewissheit (der Tod) über dich kommt.” (al-Hidschr, 15:98-99)

Wenn wir den inneren Frieden, den wir im gesegneten Ramadan durch das Fasten, die Tarāwīh-Gebete und andere gottesdienstliche Handlungen erlangen, das ganze Jahr über bewahren könnten, dann hätte der gesegnete Ramadan für uns wahrhaftig Früchte getragen.

Unser Prophet (s.a.w.) sagte in einem edlen Hadith: „Die liebste Tat bei Allah ist die, die beständig ist, auch wenn sie gering ist.” (al-Buchārī, ar-Riqāq 53 (6464))

Es gibt verschiedene Wege, um die Anbetung zu einer beständigen Praxis zu machen. Einer davon ist, ein rechtschaffenes Umfeld zu schaffen, indem man sich mit guten Menschen umgibt, die sich die Anbetung und nicht die Auflehnung auf ihre Fahne geschrieben haben, und Freude daran haben, Allah zu dienen. Auf diese Weise sollte man den Weg ins Paradies einschlagen.

Ein weiterer Weg ist es, die eigenen Absichten und Überzeugungen gemäß der Lehre der Ahl as-Sunna zu korrigieren.

Am wichtigsten ist jedoch, die tägliche Selbstreflexion, bei der man bestrebt sein sollte, die eigenen Fehler genauso klar zu erkennen wie die der anderen.

Die Anbetung reinigt die menschliche Seele von Sorgen und erfrischt sie. Allah Taʿālā bringt dies im folgenden Koranvers deutlich zum Ausdruck: „Wahrlich, im Gedenken Allahs finden die Herzen Ruhe.“ (ar-Raʿd, 13:28)

Die Ibādāt halten den Menschen von Sünden fern. Sie stärken die Geduld, die Willenskraft und den Charakter. In der Sure al-Ankabūt heißt es dazu: „(O Mein Gesandter!) Verlies, was dir vom Buch offenbart wird und verrichte das Gebet. Wahrlich, das Gebet verhindert das Schändliche und das Verwerfliche.“ (al-Ankabūt, 29:45)

Liebe Muslime!

Um unsere körperliche Gesundheit zu bewahren und unser Leben fortzuführen, sind wir auf materielle Nahrung angewiesen. Ebenso benötigen wir geistige Nahrung, um unsere seelische Gesundheit zu bewahren und unser ewiges Leben zu sichern.

Die Ibādāt sind die geistige Nahrung, die unsere Seelen nährt. Unrechtmäßige Begierden, die unsere Nafs, unser Ego, befriedigen, machen die Seele krank.

Die Beständigkeit in der Anbetung ist nur dann möglich, wenn man Freude daran findet. Um die Anbetung genießen zu können, sind Hingabe und Aufrichtigkeit unabdingbar. Unser Prophet (s.a.w.) beschreibt den Lohn für hingebungsvolle Anbetung wie folgt: „Wahrlich, Allah Taʿālā hat die guten und die schlechten Taten niedergeschrieben und dies deutlich gemacht. Wer also eine gute Tat beabsichtigt, sie aber nicht ausführt, dem rechnet Allah Taʿālā sie als eine volle gute Tat an. Wer sie jedoch beabsichtigt und dann ausführt, dem rechnet Allah sie als zehn gute Taten an, bis zu siebenhundert und noch viel mehr (je nach Absicht und Ausführungsweise der Tat). Wer eine schlechte Tat beabsichtigt, sie aber nicht ausführt, dem rechnet Allah sie als eine volle gute Tat an. Wer sie aber beabsichtigt und ausführt, dem rechnet Allah sie nur als eine schlechte Tat an.” (al-Buchārī, ar-Riqāq 80 (6491))

Außerdem sollten wir es nicht vernachlässigen, das folgende von unserem Propheten (s.a.w.) empfohlene Dua zu sprechen: „O Allah, hilf mir, Deines zu gedenken, Dir zu danken und Dir gut zu dienen.“ (Abū Dāwūd, 1522)

Ibāda bedeutet, Allah zu dienen. Wer nicht bereit ist, Allah zu dienen, wird der Knechtschaft seines Egos nicht entkommen.