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Kindererziehung und religiöse Bildung im Islam

03. Juli 2026

Verehrte Muslime!

Unsere Kinder sind die kostbarsten Geschenke, die Allah Taʿālā uns anvertraut hat, und die schönste Zierde des irdischen Lebens. Der Islam betrachtet die Erziehung der Kinder nicht nur als weltliche Verantwortung, sondern auch als die größte Prüfung für Eltern im Hinblick auf das Jenseits sowie als eine Form der Sadaqat al-Dschāriya, das heißt eine fortlaufende Wohltat, deren Lohn niemals endet.

Allah Taʿālā verkündet im edlen Koran: „O die ihr glaubt, bewahrt euch selbst und eure Angehörigen vor einem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind.” (Sure at-Tahrīm, 66:6)

Dieser Koranvers bürdet uns Eltern eine sehr schwere und unausweichliche Verantwortung auf. Es genügt nicht, lediglich die körperlichen Bedürfnisse unserer Kinder zu stillen oder ihre Mägen zu füllen. Es ist auch unsere vorrangige Pflicht, ihre Seelen mit dem Licht des Glaubens zu nähren.

Liebe Muslime! Unsere Kinder sind nicht unser Eigentum, sondern anvertraute Gaben, die Allah Taʿālā für uns bestimmt hat. Unser Rabb warnt uns in der Sure al-Anfāl, Vers 28 wie folgt: „Und wisst, dass euer Besitz und eure Kinder nur eine Versuchung sind und dass es bei Allah gewiss einen großartigen Lohn gibt.”

In einem bekannten Hadith umreißt unser Prophet (s.a.w.) die Grenzen unserer Verantwortung wie folgt: „Jeder von euch ist ein Hirte und jeder von euch ist für die, die ihm anvertraut sind, verantwortlich. Der Mann ist der Hirte über seine Familie und trägt die Verantwortung für sie. Die Frau ist Hirtin des Hauses ihres Mannes und trägt die Verantwortung dafür.” (Al-Buchārī, Ahkām, 1)

Am Tag des Jüngsten Gerichts werden wir persönlich dafür zur Rechenschaft gezogen, wie wir unsere Kinder erzogen haben. Worauf sollte ein Muslim also bei der Erziehung seiner Kinder in den verschiedenen Entwicklungsphasen achten? Im Lichte der Sunna lassen sich einige Punkte wie folgt zusammenfassen:

  1. Eine gute Namensgebung und Halāl-Ernährung: Bildung und Erziehung beginnen mit der Geburt des Kindes. Die ersten Voraussetzungen sind die Wahl eines schönen Namens, der ihm eine muslimische Identität vermittelt, und die Sicherstellung, dass das Kind nur mit Halāl-Nahrung ernährt wird. Halāl-Ernährung ist der Grundstein für einen reinen Charakter.
  2. Glaube und Gebet: Das erste Wort, das wir unseren Kindern beibringen sollten, muss „Lā ilāha illallāh” (Es gibt keinen Gott außer Allah!) lauten. Wenn sie beginnen, ein Selbstbewusstsein zu entwickeln, müssen wir die Liebe zu Allah und zu Seinem Propheten tief in ihre Herzen verankern. Unser Prophet (s.a.w.) riet dazu, Kinder ab dem siebten Lebensjahr an das Gebet zu gewöhnen.
  3. Vorbildsfunktion durch Taten (die Sprache der Taten): Kinder neigen dazu, eher das in die Praxis umzusetzen, was sie sehen, als das, was sie hören. Ein Kind, das in einem Umfeld aufwächst, in dem der heilige Koran rezitiert wird, üble Nachrede vermieden wird, Gebete verrichtet werden und Ehrlichkeit praktiziert wird, erfährt ohnehin ganz natürlich eine islamische Erziehung. Als Eltern sollte unsere eigene Lebensweise unser wichtigster Rat sein.

Verehrte Muslime! Leider konzentriert sich die Sorge um Kinder heutzutage oft nur auf ihre Karriere, ihre gesellschaftliche Stellung und ihre finanzielle Zukunft. Natürlich ist es wichtig, dass unsere Kinder eine gute Bildung erhalten und einen Beruf erlernen. Doch ein Arzt ohne Jenseitsglauben, ein Ingenieur ohne Moral oder ein Manager ohne Gerechtigkeitssinn schaden sowohl sich selbst als auch der Gesellschaft. Hört, was der Gesandte Allahs (s.a.w.) dazu sagt: „Kein Vater und keine Mutter machen ihrem Kind ein wertvolleres Geschenk als eine gute Erziehung.” (at-Tirmidhī, Birr, 33)

Das größte Vermächtnis sind weder Reichtümer noch Villen noch prall gefüllte Bankkonten. Das größte Vermächtnis ist vielmehr ein rechtschaffenes Kind, das nach unserem Tod für uns betet und seinem Vaterland, seinem Volk und der Umma nützlich ist.

Vergesst das Sprichwort nicht: „Den Baum muss man biegen, solange er jung ist.” Wir dürfen unsere Kinder nicht dem Einfluss von Fernsehen, Internet, unkontrollierten Straßen und schädlichen Freundschaften überlassen. Wir müssen ihnen Zeit widmen, ihre Freunde sein und ihnen Orientierung geben. In diesem Zusammenhang ist es notwendig, unsere Kinder für die Sommerkurse und Wohnheime der Gemeinden des Verbandes der Islamischen Kulturzentren anzumelden. So können sie das Lesen des Korans sowie islamische Wissenschaften wie Aqida, Ilmihal und Siyer an-Nabi erlernen. Dadurch kommen wir auch unserer Verantwortung nach. Denn im familiären Umfeld ist dies oftmals nicht in ausreichendem Maße möglich.

Lasst uns mit dem folgenden großartigen Gebet aus dem Koran stets zu Allah beten: „Unser Rabb, gewähre uns Augentrost an unseren Gattinnen und unseren Nachfahren, und mache uns zu Führern für die Gottesfürchtigen."