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Vorbereitung auf den Tod

23. Januar 2026

Verehrte Muslime!

Unsere heutige Hutbe handelt von der Vorbereitung auf den Tod.

Allah Taʿālā sagt im heiligen Koran: „Jede Seele wird den Tod kosten.” (Āl-ʿImrān, 3:185)

Der Tod ist eine Tatsache, der kein Lebewesen entkommen kann. Werte wie Jugend, Reichtum, Macht und Stärke schützen nicht vor dem Tod. Der Tod bedeutet jedoch nicht totale Auslöschung, sondern es ist das Erwachen aus dem Traum des irdischen Lebens zur jenseitigen Wahrheit. Wichtig ist nicht, wann und wie der Tod kommt, sondern ob wir darauf vorbereitet sind.

Die Auseinandersetzung mit dem Tod dient nicht dazu, die Menschen in Pessimismus zu stürzen, sondern dazu, das Leben bewusster, moralischer und friedlicher zu gestalten. Wer sich mit dem Tod auseinandersetzt, weiß seine Zeit zu schätzen und ist bemüht, ein sinnvolleres und ordentlicheres Leben zu führen. Im Bewusstsein, dass das Leben nach dem Tod die Begegnung mit Allah Taʿālā ist, sollte man das ewige Leben nicht für vergängliche Freuden dieser Welt ruinieren.

Unser Prophet (s. a. w.) sagte in einem Hadith Scharīf: „Gedenkt oft des Todes, der alle Freuden vernichtet.” (At-Tirmidhi, 2307) Dieses Gedenken bewahrt uns vor schlechten Taten und leitet uns zum Guten.

Die Vorbereitung auf den Tod beginnt damit, zuallererst die Pflichten, wie das rituelle Gebet, ins Zentrum des Lebens zu stellen, auf Halāl und Harām zu achten, die Rechte anderer nicht zu verletzen, den Eltern Gutes zu tun, ehrlich und barmherzig zu sein, kurz gesagt: den Islam zu leben. Vergesst nicht! Reichtum, Ämter, Ruhm und Titel bleiben in dieser Welt zurück. Gute Taten aber werden im Grab und am Tag des Jüngsten Gerichts die Begleiter der Menschen sein.

Liebe Muslime!

So natürlich wie das Leben ist, so natürlich ist auch der Tod. Er ist eine Tatsache, die sich außerhalb unseres Willens ereignet. Wer auf das Jenseits vorbereitet ist, für den ist der Tod keine zu fürchtende Auslöschung, sondern das Eintreten durch die Tür in die ewige Welt, in der sich das Paradies befindet, und die Begegnung mit Allah, von dem man Güte erhofft.

Unser Prophet (s. a. w.) sagte: „Wer Allah begegnen möchte, dem will auch Allah begegnen. Wer Allah nicht begegnen möchte, dem mag auch Allah nicht begegnen.” (Al-Buchārī, 6169)

Wer Allah begegnen möchte, muss die Brücke des Todes überqueren. Hasan ibn Aswad (r. a.) sagte: „Der Tod ist eine Brücke, die den Liebenden zu seinem Geliebten führt.” Um unseren sehr geliebten Herrn zu begegnen, müssen wir diese Welt mit Īmān, dem Glauben, verlassen. Um dies zu erreichen, müssen wir ein Leben führen, das Allahs Wohlgefallen findet. Denn unser Prophet (s. a. w.) sagte in einem anderen segensreichen Hadith: „Ihr sterbt so, wie ihr gelebt habt. Und ihr werdet so auferweckt, wie ihr gestorben seid.” (Rūh al-bayān, Āl-ʿImrān, 3:199)

An dieser Stelle sollten wir dem Gebot unseres Herrn Gehör schenken: „O die ihr glaubt, fürchtet Allah in Ihm gebührender Furcht, und sterbt nur als Muslime.” (Āl-ʿImrān, 3:102)

Liebe Muslime!

Für einen praktizierenden Muslim ist es  zweifellos einer der größten Wünsche, dass sein Leichnam gemäß den islamischen Richtlinien in die Ewigkeit verabschiedet wird. Gerade in einem Land, das noch immer als fremd wahrgenommen wird, ist dieser Punkt von besonderer Bedeutung. Da es keine Rückkehrer von den Toten gibt, ist eine nachträgliche testamentarische Verfügung nach dem Tod unmöglich. Deshalb muss man sich bereits zu Lebzeiten darum kümmern.

Als Verband der Islamischen Kulturzentren bemühen wir uns im Rahmen der allgemeinen religiösen Dienste, auch darum, die religiöse Bestattung unserer muslimischen Glaubensgeschwister bestmöglich zu gestalten. Daher empfehlen wir allen, die noch kein Mitglied unseres seit Jahrzehnten bestehenden Bestattungsfonds sind, dringend, dies unverzüglich nachzuholen. Auch unser Bestattungsunternehmen, das die Leichname in die Herkunftsländer überführt, steht Ihnen zu Diensten. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an unsere Imame in den Moscheen.