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Die Vorzüglichkeit des Koranlesens

17. Mai 2024

9. Dhu'l-Qa'da 1445

Verehrte Muslime!

Unsere heutige Hutbe handelt von der Bedeutung des Lesens und des Lehrens des heiligen Korans. Der heilige Koran ist das Wort Allahs und eine der primären Quellen der islamischen Religion, die aus dem Buch und der Sunna besteht. Daher gehört das Lesen des Korans zu den wichtigsten Ibādāt. In einem von Hazrat Abū Saīd al-Hudrī überlieferten Hadith Scharīf sagt unser Prophet (s.a.w.): „Wer durch die Rezitation des Korans davon abgehalten wird, Mich zu bitten, dem werde Ich etwas Besseres geben als das, was Ich den Bittenden gebe.” (Tirmizi, Fadail al-Qur’ān, 25 (2926))

Das Ziel des Lesens des heiligen Korans besteht zweifellos darin, seine Bedeutung zu verstehen und nach seinen Vorschriften zu handeln. Aber für diejenigen, die nicht in der Lage sind, seine Bedeutung zu verstehen, wird das respektvolle Lesen mit der Absicht, Allahs Worte zu lesen, ihren Iman stärken und ihre Belohnungen erhöhen. Die Behauptungen einiger Menschen wie „Es bringt nichts, den Koran zu lesen, ohne seine Bedeutung zu verstehen. Daher sollte man ihn in Übersetzung und nicht im arabischen Original lesen”, haben nichts mit der Wahrheit zu tun, sind weit entfernt von guten Absichten und dienen nur dazu, die Muslime vom Koran zu entfremden.

Allah Ta’ala selbst sagt im heiligen Koran: „(Wir haben ihn) als einen arabischen Koran ohne Abweichung (vom rechten Weg) (hinabgesandt), auf dass sie gottesfürchtig sein mögen.” (az-Zumar, 39:28) In einem anderen edlen Ayet heißt es: „Wahrlich, Wir Selbst haben diese Ermahnung (den Koran) hinabgesandt und wahrlich, Wir werden sicherlich ihr Hüter sein.” (al-Hidschr, 15:9) Diese Zusicherung bezieht sich nicht auf die Übersetzung des Korans, sondern auf seinen Originaltext.

Denn nur der arabische Text wird als Koran bezeichnet. Die Übersetzung nennt man Ma’āl, wenn sie kurz ist, und Tafsir, wenn sie Erklärungen beinhaltet. Gut gemeint ist, wenn man dazu anregt, sowohl den Wortlaut des heiligen Korans als auch seine Bedeutung zu lernen. Der heilige Koran mit seiner einzigartigen Rhetorik, die den Menschen sprachlos macht, und seiner göttlichen und tiefgründigen Bedeutung lässt keinen Zweifel daran, dass er das Wort Allahs ist. Allah Ta’ala drückt diese Tatsache wie folgt aus: „Dies ist (ganz gewiss) das Buch (Allahs), an dem es keinen Zweifel gibt, (es ist) eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen.” (al-Baqara, 2:2)

Liebe Muslime! Der Weg zur Beseitigung der materiellen und geistigen Probleme, mit denen die Gesellschaften konfrontiert sind, geht über das Festhalten am heiligen Koran. Individuen und Gesellschaften, die die Vorschriften des Korans richtig verstehen und leben, werden von allen Übeln, die die Gesellschaften verrohen lassen wie Lügen, Verleumdung, Unterdrückung, Ungerechtigkeit, Verrat, Mord frei sein und Frieden finden. Diejenigen, die den Koran lesen und von seinem Licht (nūr) und seiner Fülle profitieren, werden von verschiedenen geistigen Krankheiten geheilt werden und nicht in Depressionen verfallen. Denn Allah Ta’ala sagt bei der Erklärung des Korans Folgendes: „O ihr Menschen, zu euch ist nunmehr eine Ermahnung von eurem Herrn gekommen und eine Heilung für das, was in den Brüsten ist, und eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für die Gläubigen.” (Yunus, 10:57)

Leute, die sich mit dem Koran beschäftigen, sind tugendhafte und gute Menschen. In einem Hadith Scharīf wird dies folgendermaßen zum Ausdruck gebracht: „Die Besten unter euch sind diejenigen, die den Koran lernen und lehren.” (Tirmizi, Fadail al-Qur’ān, 15 (2907))

Lasst uns die Vortrefflichkeit des Koranlesens auch in dem folgenden edlen Ayet hören: „Wahrlich, diejenigen, die das Buch Allahs lesen und das Gebet verrichten und von dem, womit Wir sie versorgt haben, heimlich und öffentlich ausgeben, hoffen auf einen Handel, der nicht zugrunde gehen wird.” (Fātir, 35:29) Lasst uns also unseren nachfolgenden Generationen das beste Erbe hinterlassen, indem wir selbst den heiligen Koran lesen und unseren Kindern das Lesen beibringen.

Verehrte Muslime! Der Koran gehört zweifellos zu unseren Heiligtümern, ebenso wie der Kurban, die Opferung. Da wir uns dem Opferfest nähern, möchte ich auch daran erinnern, dass wir über den Verband der Islamischen Kulturzentren dafür sorgen, dass die Opferspenden an die geeignetsten Empfänger gelangen. Glückselig sind diejenigen, die die Schafa’a (die Fürsprache) des Korans und des Kurbans erlangen!