Sich vor der Hölle schützen
02. Januar 2026
Verehrte Muslime!
In unserer heutigen Hutbe geht es um den Schutz vor der Bestrafung in der Hölle.
Wenn der Mensch eine drohende Gefahr wahrnimmt, die er als groß erachtet, unternimmt er alles, um diese abzuwehren und sich zu retten. Die irdischen Gefahren sind ebenso vergänglich wie die Genüsse und Freuden dieser Welt. Die eigentliche Gefahr ist die Gefahr der ewigen Hölle im Jenseits. Doch die vergänglichen Freuden und Vorteile dieser Welt betäuben das Bewusstsein mancher Menschen so sehr, dass sie sich nicht einmal an das Leben im Jenseits erinnern möchten.
Allah Taʿālā weist in der Sure al-Qiyāma auf diese Tatsache wie folgt hin: „Keineswegs! Vielmehr liebt ihr das (Weltliche), und vernachlässigt das Jenseits.“ (al-Qiyāma, 75:20-21
Das jenseitige Leben ist ein ewiges und beschwerliches Leben, in dem uns der eigene Wille genommen wird, materielle Möglichkeiten ihren Wert verlieren und die Menschen, von denen wir auf der Erde Hilfe erbeten haben, selbst zu Bittenden werden.
Letztendlich erwartet uns dort das endgültige Ende, wo wir entweder mit dem ewigen Paradies belohnt oder mit der ewigen Hölle bestraft werden. Das Paradies, die Dschannat, ist uns nicht garantiert. Sollten wir uns daher nicht bemühen, uns vor der Hölle zu schützen?
Allah Taʿālā sagt in der Sure at-Taḥrīm: „O die ihr glaubt, bewahrt euch selbst und eure Angehörigen vor einem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind, über das hartherzige, strenge Engel (gesetzt) sind, die sich Allah nicht wiedersetzen in dem, was Er ihnen befiehlt, sondern tun, was ihnen befohlen wird.” (at-Taḥrīm, 66:6)
Dieser Koranvers gebietet uns in deutlichen Worten, zuerst uns selbst und dann unsere Familienangehörigen vor der Hölle zu schützen. Wer sich selbst nicht vor Gefahren schützen kann, kann auch anderen nicht helfen. Alles andere wäre eine Illusion.
Wer sich selbst rettet, sich aber nicht darum bemüht, auch seine Familienangehörigen zu retten, ist, gelinde gesagt, unachtsam. Er sollte wissen, dass er für diese Unachtsamkeit zur Rechenschaft gezogen wird.
Ali (karramallāhu wadschhah) interpretierte den Koranvers: „Bewahrt euch selbst und eure Angehörigen!” wie folgt: „Lernt selbst und lehrt euren Familien das Gute und erzieht sie im Islam!” (ad-Durr al-Manṯūr, at-Taḥrīm, 66:6)
Ibn Abbas (r.a.) interpretierte denselben Ayat wie folgt: „Gehorcht Allah, hütet euch vor Auflehnung Ihm gegenüber und gebietet euren Familienmitgliedern den Zikr, das Gedenken, damit Allah euch vor der Hölle rettet.”
Zaid ibn Aslam (r.a.) sagte: Als der Gesandte Allahs (s.a.w.) diesen Ayat las, fragten seine Gefährten: „O Rasūlullāh! Wie sollen wir unsere Familien vor der Hölle bewahren?” Daraufhin antwortete unser Prophet (s.a.w.): „Gebietet ihnen das, was Allah liebt und verbietet ihnen, was Allah missfällt.”
Liebe Muslime!
Wir müssen uns von Glaubensvorstellungen und Taten fernhalten, die uns in die Hölle führen. Nur so können wir uns selbst und unsere Familien vor der Hölle bewahren.
An erster Stelle der höllischen Taten steht der Schirk, also die Vielgötterei. Darunter fällt, die Existenz Allahs zu leugnen, an die Existenz anderer Götter neben Allah zu glauben oder der irrigen Vorstellung zu verfallen, das Allah zwar existiert, aber sich nicht in die Angelegenheiten Seiner Diener einmischt.
Im Koran sagt Allah Taʿālā: „Wahrlich, Allah vergibt nicht, dass man Ihm (etwas) beigesellt. Und Er vergibt, was darunter liegt, wem Er will. Wer Allah (etwas) beigesellt, der ist fürwahr weit abgeirrt. ” (an-Nisā, 4:116)
Die Strafe für Schirk, für Beigesellung, ist die ewige Verdammnis in der Hölle. Es gibt jedoch auch Menschen, die trotz ihres Glaubens für eine Weile in der Hölle verweilen und anschließend ins Paradies kommen werden. Das sind die Auflehner unter den Gläubigen. Hier gibt es einen wichtigen Punkt, der beachtet werden muss. Der Gedanke „Wenn man am Ende ins Paradies kommt, kann man auch für eine gewisse Zeit das Höllenfeuer ertragen”, ist eine Einflüsterung des Teufels.
Wir sollten eines nicht vergessen! Wer sein Leben lang in Sünde verbringt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit ohne den Iman, den Glauben, ins Jenseits eingehen.