Rechtschaffene Taten (amal sālih)

03. April 2026

Verehrte Muslime!

In unserer heutigen Hutbe geht es um die Bedeutung rechtschaffener Taten. Der Begriff „Amal sālih” umfasst gemäß den islamischen Richtlinien alle Handlungen, Verhaltensweisen, Wohltaten und Tugenden, die als richtig und im Einklang mit dem Wohlgefallen Allahs und Seines Gesandten gelten. Dazu zählen alle guten Verhaltensweisen, gottesdienstliche Handlungen sowie individuelle, soziale und moralische Pflichten, die auf dem eigenen Willen beruhen. Handlungen, die nicht dem Wohlgefallen Allahs und der Zustimmung Seines Gesandten entsprechen, werden als „unrechtschaffene Taten” bezeichnet.

Als Nūh (a.s.) für die Rettung seines ungläubigen Sohnes vor dem Ertrinken betete, sprach Allah Taʿālā wie folgt: „O Nūh, er gehört nicht zu deiner Familie. Denn es ist keine rechtschaffene Tat, (was er tut).” (Hūd, 11:46)

Unser Prophet (s.a.w.) sagte in einem edlen Hadith: „Wer durch seine (schlechten) Taten ausgebremst wird, kann nicht durch seine Abstammung vorangebracht werden.” (Muslim, 2699)

Damit eine Tat als rechtschaffen gilt, muss der Handelnde gläubig sein und gute Absichten haben. Die Absicht spielt eine entscheidende Rolle für die Güte der Tat. Daher muss zuallererst das Herz, der Sitz der Absicht, gereinigt werden. Unser Prophet (s.a.w.), Allahs Liebling und Heiler der Herzen, lenkt die Aufmerksamkeit auf die Folgen eines rechtschaffenen oder verdorbenen Herzens wie folgt: „Wahrlich, im Körper befindet sich ein Stück Fleisch, das, wenn es gesund ist, den ganzen Körper gesund macht, und wenn es verdorben ist, verdirbt es den ganzen Körper. Wahrlich, es ist das Herz.” (al-Buchārī, 52)

Liebe Muslime! Allah Taʿālā verkündet, dass alles, was wir besitzen, vergänglich ist und dass nur rechtschaffene Taten wesentlich und bleibend sind: „Der Besitz und die Söhne sind der Schmuck des irdischen Lebens. Das Bleibende aber, die rechtschaffenen Taten, sind bei deinem Herrn besser hinsichtlich der Belohnung und besser hinsichtlich der Hoffnung.” (al-Kahf, 18:46)

Der folgende Koranvers beschreibt, wie die Leugner im Jenseits Reue empfinden werden. Sie ließen sich von vergänglichen Genüssen täuschen und lebten nach ihren fleischlichen Begierden, ohne zu bedenken, dass sie ein Leben im Jenseits erwartet. Dazu heißt es: „Wenn du nur sehen könntest, wie die Übeltäter (aus Scham) vor ihrem Herrn ihre Köpfe hängen lassen: ,Unser Herr, jetzt haben wir gesehen und gehört. Bring uns zurück (auf die Erde), damit wir rechtschaffene Werke tun. Gewiss, wir haben nun Gewissheit.’” (as-Sadschda, 32:12)

Rechtschaffene Taten bereichern sowohl das diesseitige als auch das jenseitige Leben eines Menschen. Wer ein glückliches und friedvolles Leben führen möchte, muss rechtschaffene Taten zu einem Bestandteil seines Lebens machen.

Allah Taʿālā, dessen Barmherzigkeit unermesslich ist, sagt: „Wer rechtschaffen handelt, sei es Mann oder Frau, und dabei gläubig ist, den werden Wir ganz gewiss ein gutes Leben (auf Erden) leben lassen. Und Wir werden ihnen (im Jenseits) ihre Belohnung ganz gewiss mit viel Besserem vergelten als das, was sie zu tun pflegten.” (an-Nahl, 16:97)

Die Korankommentatoren haben „das schöne Leben”, das in diesem Āyat verheißen wird, wie folgt erklärt: Erstens ein rechtmäßiger Lebensunterhalt, zweitens Genügsamkeit, drittens Erfolg in den gottesdienstlichen Handlungen, die zu Allahs Wohlgefallen führen und viertens die Fähigkeit, Freude an diesen gottesdienstlichen Handlungen zu finden.

Die schönste Belohnung im Jenseits ist zweifellos das Paradies. Was rechtschaffene Taten betrifft, so stehen an erster Stelle die von Allah Taʿālā vorgeschriebenen Ibādāt, gefolgt von der Sunna Seines Gesandten und anderen guten Taten. Unser Prophet (s.a.w.) sagte: „Jedes Gelenk eines Menschen erfordert täglich eine Sadaqa, eine Gabe. Ein gerechtes Urteil zwischen zwei Menschen ist eine Sadaqa. Jemandem dabei zu helfen, auf sein Reittier aufzusteigen oder dieses zu beladen, ist eine Sadaqa. Ein freundliches Wort ist eine Sadaqa. Jeder Schritt, den ein Mensch auf dem Weg zum Gebet tut, ist eine Sadaqa. Ein Hindernis von der Straße zu entfernen, ist eine Sadaqa.” (al-Buchārī, 2989)

Nur rechtschaffene Menschen beschäftigen sich mit rechtschaffenen Taten. Gemeinschaften, in denen es viele solcher Menschen gibt, genießen die Freude und den Frieden eines menschenwürdigen Lebens.