Die Tugenden der Ashab al-Kiram (Die edlen Gefährten des Propheten)

26. April 2024

17. Schawwal 1445

Verehrte Muslime!

Unsere heutige Hutbe handelt von den Tugenden der Ashab al-Kiram.

Eine Person, die den Gesandten Allahs (s.a.w.) getroffen hat und als Muslim gestorben ist, wird Sahabi genannt. Der Plural davon ist Ashab.

Die Sahabis sind die Gefährten, Helfer, Vertrauten und Geliebten unseres Propheten (s.a.w.). Sie glaubten unserem Propheten (s.a.w.), ohne zu zögern, bewiesen ihre Treue, indem sie ihr Leben für ihn opferten, verfolgten das gleiche Ziel, teilten die gleichen Gefühle und stellten ihn in jeder Hinsicht über sich selbst.

Sie begnügten sich nicht damit, die ihnen verkündete islamische Religion zu leben, sondern setzten alles daran, sie den nachfolgenden Generationen weiterzugeben und in die kommenden Jahrhunderte zu tragen. Worte sind nicht in der Lage sie zu loben. Denn Allah Ta’ala selbst hat sie gepriesen.

In der Sure at-Tawba, Ayet 100, sagt Allah Ta’ala:

„Und die Alleersten der Auswanderer (Muhadschirun) und der Helfer (Ansar) und diejenigen, die ihnen im Guten gefolgt sind, Allah ist mit ihnen zufrieden und sie sind mit Ihm zufrieden. Und Er hat für sie Gärten bereitet, durch die Flüsse fließen; darin werden sie für immer auf ewig verweilen. Das ist der großartige Erfolg.” (Sure at-Tawba, 9:100)

Wie aus dem Ayet hervorgeht lassen sich die Sahabis in zwei Gruppen unterteilen: Die erste Gruppe sind diejenigen Muslime, die in der mekkanischen Periode an unseren Propheten (s.a.w.) glaubten, alle erdenklichen Entbehrungen auf sich nahmen, um den Islam zu leben und erleben zu lassen und schließlich ihr Hab und Gut in Mekka für die Sache, an die sie glaubten, zurückließen und nach Medina auswanderten. Sie werden Muhadschir, Auswanderer genannt.

Die zweite Gruppe sind die medinensischen Muslime, die den islamischen Glauben annahmen, als noch unser Prophet (s.a.w.) in Mekka war, dann schworen unseren Propheten zu schützen, wie sie ihr eigenes Leben und ihr Eigentum schützten, und sie luden ihn und andere Glaubensgeschwister nach Medina ein. Sie werden Ansar genannt, also Helfer. Diese außergewöhnlichen Menschen hielten tatsächlich ihr Versprechen ein und teilten ihr Essen, ihre Kleidung und sogar ihre Häuser mit ihren Brüdern und Schwestern aus Mekka.

Unser Prophet (s.a.w.) lobte diese außergewöhnlichen Menschen, die die Menschheitsgeschichte bis dahin noch nicht gesehen hatte und auch nie wieder sehen wird, wie folgt:

„Die besten Menschen sind die, die in meiner Zeit leben. Dann die, die ihnen folgen, dann die, die ihnen folgen.” (al-Buchari, Schahadāt, 16, (2652))

Die herausragendsten unter den edlen Sahabis sind der Reihe nach Hazrat Abu Bakr, Hazret Umar, Hazret Usman und Hazret Ali. Sie sind die ersten der zehn, denen die Dschennet bereits auf dieser Welt versprochen wurde. Die anderen sechs, denen das Paradies verheißen wurde, folgen ihnen im Rang nach, gefolgt von denen, die an den Schlachten von Badr und Uhud, den Friedensverhandlungen von Hudaybiya, der Eroberung Mekkas und der Abschiedspredigt teilgenommen haben.

In einem Hadith Scharif, überliefert von Hazrat Umar (r.a.), heißt es:

„Erweist meinen Gefährten gegenüber Ehre. Denn sie sind die Besten unter euch.” (Al-Munawi, Kaschf al-Minhādsch, Hadith Nr. 4851)

Bemerkenswert ist der folgende Ayet, der alle Sahabis läutert:

„Und allen hat Allah das Beste (das Paradies) verheißen.” (Sure al-Hadid, 57:10)

Die Liebe zu den edlen Sahabis ist die Grundlage für die Liebe zum Propheten (s.a.w.) und der Hass auf die Sahabis führt zum Hass auf den Propheten.

Rasulullah (s.a.w.) sorgte sich sehr um seine Gefährten und sprach: „Fürchtet euch vor Allah wegen meiner Gefährten. Macht sie nicht zur Zielscheibe nach mir. Wer sie liebt, liebt sie aus Liebe zu mir, und wer sie hasst, der hasst sie aus Hass zu mir. Wer sie quält, quält mich. Und wer mich quält, der quält Allah.  Und wer Allah quält, den ereilt (Seine Strafe).” (Tirmizi, Manāqib, 262 (3862))