Der gesegnete Monat Schaʿbān

16. Januar 2026

Verehrte Muslime!

Wir erleben derzeit Tage, an denen göttliche Gnade und Segen in Strömen herabfließen.

Gestern Abend haben wir die zweite heilige Nacht in diesem gesegneten Monat Radschab, die Miʿradsch-Nacht, feierlich begangen. Am Dienstag, dem 20. Januar, beginnt auch der gesegnete Monat Schaʿbān. Aus diesem Anlass wird unsere heutige Hutbe von den Vorzügen des gesegneten Monats Schaʿbān handeln.

Das Wort Schaʿbān stammt von einer Wurzel ab, die „verzweigen, zerstreuen” bedeutet.

In einem Hadith Scharīf, überliefert von Hz. Anas (r.a.), fragte unser Prophet (s.a.w.): „Wisst ihr, warum dieser Monat Schaʿbān genannt wird?” Die edlen Sahāba erwiderten: „Allah und Sein Gesandter wissen es am besten.” Daraufhin sagte er: „Der Grund warum dieser Monat Schaʿbān genannt wird, ist die Fülle des Hayr, der Güte, die in diesem Monat gewährt wird.” (Nuzhat al-Madschālis, Bāb Fadl Schaʿbān)

Liebe Muslime!

Menschen, die in ihren Handelsgeschäften Gewinn erzielen und ein ruhiges materielles Leben führen möchten, halten Ausschau nach günstigen Gelegenheiten und nutzen sie. Auch wir sollten die Gelegenheiten für unser spirituelles und ewiges Leben nicht verpassen. In einem edlen Hadith sagte unser Prophet (s.a.w.): „Wahrlich, in den Tagen eurer Zeit gibt es Geschenke von eurem Herrn. Stürzt euch auf diese Geschenke. Es ist zu hoffen, dass eines dieser Geschenke euch erreicht und ihr werdet euch nie und nimmer ins Unglück stürzen.” (at-Tabarānī, Mughdscham al-kabīr, 2398) Wir leben genau in diesen Tagen.

Wir sollten uns in diesem Monat bemühen, nicht unachtsam zu sein, unsere Sünden zu bereuen, und so geläutert und vorbereitet in den gesegneten Monat Ramadan eintreten. Wir sollten Allah Taʿālā inständig anflehen und uns bemühen, möglichst viel insbesondere von diesem Monat, der unserem Propheten gewidmet ist, zu profitieren. Wer meint, die Tawba und die Ibādāt aufschieben zu können und sie „später machen” zu können, wird die Schäden in seinem Leben nicht wiedergutmachen können.

Einige Freunde Allahs haben diese Tage mit dem folgenden schönen Vergleich beschrieben: „Die Welt besteht aus drei Tagen. Einer davon ist gestern. Er ist vergangen und kehrt nicht zurück. Der zweite ist heute. Er ist ein Schatz. Daher muss man von ihm profitieren. Der dritte ist das Morgen und besteht nur aus einer Hoffnung. Denn es ist nicht sicher, ob wir ihn erreichen werden. So verhält es sich auch mit dem Schaʿbān und den anderen beiden gesegneten Monaten. Der heilige Monat Radschab ist vergangen und kommt nicht zurück. Der gesegnete Ramadan steht noch bevor. Aber niemand weiß, wer ihn erreichen wird. Deshalb sollten wir den gesegneten Schaʿbān, in dem wir uns derzeit befinden, schätzen und ihn mit Anbetung und Gehorsam verbringen.”

Unsere Mutter Ummu Salama (r.a.) sagte: „Der Gesandte Allahs (s.a.w.) hat in keinem Monat nach dem Ramadan mehr gefastet als im Schaʿbān.” (Al-Ghunya li-tālib al-haq, Bd. 1, S. 339)

Liebe Muslime!

Auch im kommenden Monat sollten wir wie im heiligen Monat Radschab neben den Pflichtengebeten auch den freiwilligen Nāfila-Gebeten große Bedeutung beimessen, die 15. Nacht, also die Barāʿa-Nacht, feierlich begehen und mit viel Salawāt unseres Propheten (s.a.w.) gedenken. Denn dieser Monat ist unserem Propheten gewidmet.

Hört, was Allah Ta’ālā uns in der Sure al-Ahzāb befiehlt: „Wahrlich, Allah und seine Engel sprechen den Segen über den Propheten. O ihr, die ihr glaubt, sprecht den Segen über ihn und grüßt ihn mit einem gebührenden Gruß.” (Sure al-Ahzāb, 33:56)

In diesem Zusammenhang sagte unser Prophet (s.a.w.): „Wer einmal für mich die Salawāt spricht, dem wird Allah, der Majestätische, zehnfach Gnade erweisen.” (Muslim, Salāt, 70)

Diese Tage sind Tage der Vorbereitung auf das Jenseits. Allah Ta’ālā ermahnt uns in einer Āyat wie folgt: „O die ihr glaubt, fürchtet Allah! Und eine jede Seele schaue, was sie für morgen vorausschickt. Fürchtet Allah! Wahrlich, Allah ist dessen allkundig, was ihr tut.“ (al-Haschr, 59:18)

Es gibt einen schönen Spruch, der den Gefährten unseres Propheten zugeschrieben wird. Er lautet: „Wenn ein Mensch stirbt, fragen die Leute: ,Was hat er hinterlassen?’ Die Engel hingegen fragen: ,Was hat er ins Jenseits geschickt?’“ (Rūh al-bayān, al-Haschr, 59:18)