Der Aschūrā-Tag

19. Juni 2026

Verehrte Muslime!

Am Donnerstag, dem 25. Juni, begehen wir den Aschūrā-Tag. Aus diesem Anlass widmet sich unsere heutige Hutbe diesem besonderen Tag.

Allah Taʿālā, der Schöpfer von Zeit und Raum, hat aufgrund außergewöhnlicher Manifesta-tionen bestimmte Orte und Zeiten zu ehrenvollen Orten und Zeiten gemacht. Eine dieser heiligen Zeiten ist der Aschūrā-Tag.

Er war auch in anderen Glaubensgemeinschaften bekannt und wurde durch die Geschichte hindurch geehrt. Zu den bedeutendsten Ereignissen, die sich am Aschūrā-Tag ereigneten, gehören:

die Erschaffung von Himmeln und Erden, die Annahme der Reue Adams (a.s.), die Rettung von Mūsā (a.s.) und seiner Gemeinschaft aus der Unterdrückung des Pharaos und dessen Untergang, die Geburt Ibrāhīms (a.s.) und seine Errettung aus dem Feuer Nimrods, die Heilung Ayyūbs (a.s.) von seiner Krankheit, die Rettung von Yūnus (a.s.) aus dem Bauch des Wales, die Verleihung der Herrschaft an Sulaymān (a.s.) sowie die Strandung der Arche Nūhs (a.s.) auf dem Berg Dschūdī. Auch der Märtyrertod von Husayn (r.a.) ereignete sich an einem Aschūrā-Tag. In einem segensreichen Hadith wird darüber hinaus erwähnt, dass auch das Ende der Welt, die Qiyāma, an einem Aschūrā-Tag stattfinden wird. (Dua ve İbadetler, Fazilet Neşriyat)

Wie man sieht, ist dies ein Tag, an dem sich viele Manifestationen gezeigt haben und zahlreiche Schwierigkeiten beseitigt wurden. Deshalb sollte man an einem solchen Tag wachsam sein und ihn mit Ibādāt, Bitten und Flehen verbringen, um von seinem Segen zu profitieren. Das ist der Schlüssel zum Guten.

Liebe Muslime!

Einer Überlieferung von Ibn Abbās (r.a.) zufolge sah unser Prophet (s.a.w.), als er in die erleuchtete Stadt Medina auswanderte, dass die Juden am Aschūrā-Tag fasteten. Er fragte sie danach und sie antworteten: „Heute ist ein (großer) Tag, an dem Allah Taʿālā Mūsā und die Kinder Israels über Pharao siegen ließ. Musa (a.s.) fastete aus Dankbarkeit für diese Gnade Allahs. Daher fasten wir.” Daraufhin sagte Rasūlullāh (s.a.w.): „Wir haben ein noch größeres Anrecht auf Mūsā (a.s.).“ (al-Buchārī, 3943) Er selbst fastete an diesem Tag und wies seine Sahāba an, es ihm gleichzutun. So wurde das Aschūrā-Fasten zur Pflicht. Nachdem jedoch das Fasten im Monat Ramadan zur Pflicht erklärt wurde, ist das Fasten am Aschūrā-Tag nicht mehr verpflichtend, sondern es ist Sunna, ihn zusammen mit dem 9. Muharram zu fasten.

Liebe Muslime!

Allah Taʿālā gewährt denen, die am Aschūrā-Tag spenden und ihn mit Ibādāt begehen, große Belohnungen. Unser Prophet (s.a.w.) sagte: „Wer am Aschūrā-Tag großzügig gegenüber seiner Familie ist, wird auch den Rest des Jahres in Wohlstand verbringen.“ (at-Tabarānī, Awsat, 9302)

Sufyān as-Sawrī (r.a.), einer der Großen unter den Tabiʿūn, sagte: „Wir praktizieren das seit fünfzig Jahren und haben nichts anderes erlebt als ein Leben in Wohlstand.“

Es gibt einige gottesdienstliche Handlungen, die am Aschūrā-Tag empfohlen werden:

Wer am Aschūrā-Tag einige Lebensmittel für den Haushalt einkauft, dessen Haushalt wird das ganze Jahr über gesegnet sein.

Man sollte mindestens zehn Muslime einzeln grüßen oder einen Muslim zehn Mal grüßen.

Man sollte die Armen und die Bedürftigen erfreuen.

Wer am Aschūrā-Tag die Ganzkörper-waschung, also den Ghusl vollzieht, bleibt ein Jahr lang von leichten Krankheiten verschont.

Zudem sollte man die folgende Duʿā zehnmal aufsagen: „Subhānallāhi milʾal-mīzān wa muntaha l-ilmi wa mablagha r-ridā wa zinat al-arsch.“

Am Vormittag des Aschūrā-Tages wird ein besonderes Gebet mit zwei Rakats verrichtet. In jedem Rakat rezitiert man einmal die Sure al-Fātiha und fünfzigmal die Sure al-Ichlās.

Verehrte Muslime! Um Allahs Wohlgefallen zu erlangen und in das Paradies einzugehen, ist es unerlässlich, diese gesegneten Tage mit Ibādāt zu verbringen. Ich möchte meine Hutbe mit der Sure Āl-Imrān, Ayat 133, abschließen: „Und wetteifert um die Vergebung eures Herrn und um einen (Paradies)garten, dessen Weite so groß ist wie die Himmel und die Erde, der für die Gottesfürchtigen bereitet ist.“