Pressemitteilungen
VIKZ lädt Wissenschaftler und Bürger in seine Einrichtungen
23. April 2008
- „Tag der offenen Wohnheime“ soll Berührungsängste verringern
- Mustafa Imal, VIKZ Vizepräsident, regt neue Studie zum Verband an
- VIKZ unterstreicht erneut sein Bekenntnis zur Zivilgesellschaft und zur demokratischen Verfassung der Bundesrepublik Deutschland
Der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) nahm heute umfangreich Stellung zu den in den vergangenen zwei Wochen geäußerten Vorwürfen in den Medien. Mustafa Imal, Vizepräsident des VIKZ, betonte, dass der Verband in den vergangenen zwei Wochen falsch reagiert hat. Der VIKZ hat das Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit unterschätzt. Man hat die Reformmaßnahmen der letzten drei Jahre nicht ausreichend öffentlich gemacht. Dies will der VIKZ nun nachholen.
Imal erläuterte, dass Viele, die dieser Tage die Vorwürfe kommentieren, sich nur ein Bild des VIKZ von außen gemacht hätten. Daher schlägt der VIKZ vor, eine unabhängige Wissenschaftlerin oder einen Wissenschaftler mit der Untersuchung des VIKZ und seiner Einrichtungen zu beauftragen, um der deutschen Öffentlichkeit ein detailliertes und transparentes Bild des Verbandes zu liefern. Außerdem hat sich der Verband mit einem offenen Brief an die Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland gewandt, um mögliche Vorbehalte auszuräumen und zu einer Zusammenarbeit auch auf Bundesebene anzuregen. Offene Briefe gingen ebenfalls an die CDU/CSU- und die SPD Bundestagsfraktionen, um für einen differenzierteren Blick auf den VIKZ einzuladen. Der VIKZ unterstreicht erneut sein Bekenntnis zur Zivilgesellschaft und zur freiheitlich demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland.
Der Duisburger VIKZ-Wohnheimleiter Gunnar Vogelsang kündigte an, dass der Verband am Dienstag nach Pfingsten zu einem „Tag der offenen Wohnheime“ des VIKZ einladen wird. Am 13. Mai 2008 können sich Bürgerinnen und Bürger die Einrichtungen anschauen, das Heimpersonal und die Schüler kennen lernen. Rund 50 Prozent des eingesetzten Personals ist ethnisch deutscher Herkunft. Das gesamte Personal spricht fließend deutsch. Bundesweit betreiben der VIKZ und seine Mitgliedsvereine derzeit 19 Wohnheime; drei davon für Mädchen. Außerdem liegen aktuell noch drei Anträge zur Entscheidung in Augsburg, Biberach und Hannover. Darüber hinaus gibt es sechs Wochenend- und Ferienbetriebe. Vier weitere Wochenend- und Ferienbetriebe haben die Mitgliedsvereine des VIKZ derzeit in Duisburg-Meiderich, Hagen, Dortmund und Gelsenkirchen-Horst beantragt.
Die Zentrale legt größten Wert darauf, dass die Gemeinden den durch die Landesjugendämter vorgegebenen Auflagen Folge leisten. Ersoy Sam, juristischer Berater der VIKZ, erläuterte, dass es in den letzten drei Jahren drei Fälle gegeben hat, in denen die Gemeinden Einrichtungen ohne Genehmigungen errichtet hatten. Zukünftig droht den Gemeinden bei einem solchen Fehlverhalten der Verlust des Förderstatus durch die Zentrale.
Den Vorwurf, integrationshemmend zu sein, weist der VIKZ nochmals entschieden zurück. Der Verband betätigt sich seit Jahrzehnten aktiv an Integrationsmaßnahmen. Gerade die Förderung der Jugendlichen in den Einrichtungen des VIKZ trägt dafür Sorge, dass alle Jugendlichen gut deutsch beherrschen und vielfach gute schulische Leistungen erbringen. Gerade das Konzept der Schülerinnen- und Schülerwohnheime fördert Integration, aufgrund der positiven Identitätsbildung, der Entwicklung der Sprachkompetenz, der Verbesserung der schulischen Leistung sowie der Vermittlung von sozialen Werten.
In Bezug auf den Vorwurf der körperlichen Gewalt gegenüber Schülerinnen und Schülern in den Wohnheimen des VIKZ legte Vizepräsident Imal offen, dass es tatsächlich in den letzten zehn Jahren zu drei Fällen gekommen ist. So gab es Vorfälle in Nürnberg, Frankental und Neu-Ulm. Der VIKZ hat damals sofort reagiert und in einem ersten Schritt die zuständigen Mitarbeiter suspendiert und – nachdem sich die Vorwürfe erhärtet hatten – diese fristlos entlassen.
Die im Dossier der Kölner Polizei aufgeführten Vorwürfe des Steuervergehens stammen aus dem Jahr 2005 und sind im Rahmen einer tatsächlichen Verständigungabgeschlossen, erläuterte Ersoy Sam. Durch den zeitweiligen Verlust der Gemeinnützigkeit und die steuerlichen Tatbestände musste der Verband rund 10 Millionen Euro an den Fiskus nachzahlen. Aufgrund der damaligen Fehlentwicklung hat sich der Verband vollkommen neu strukturiert. Der Verband hat in der Zentrale und in den Gemeinden inzwischen ein anerkanntes Rechnungswesen und ein umfangreiches Controlling eingeführt. In Folge dessen konnte die Gemeinnützigkeit vom Zentralverband seit dem 1. Januar 2008 wiedererlangt werden.
Mit der Pressekonferenz und den aufgeführten Informationen hofft der VIKZ nun alle alten Vorwürfe ausgeräumt haben zu können.