Pressemitteilungen
VIKZ informierte über seine neue Ausbildungsstätte in Köln-Kalk
19. April 2009
Rund 50 Bürgerinnen und Bürger folgten gestern der Einladung des Verbandes der Islamischen Kulturzentren e.V. (VIKZ) in deren neu erworbenes Gebäude in der Kalker Eythstraße 72. Im Rahmen einer zweistündigen Veranstaltung informierte der Verband über seine Pläne für das ehemalige Jugendwohnheim.
Mustafa Imal, Präsident des VIKZ, begrüßte die Gäste, stellte den Verband vor und erläuterte die Pläne für die Eythstraße. Das Gebäude werde innerhalb der nächsten 18 Monate kernsaniert, damit die Schlaf- und Aufenthaltsräume den heutigen Ansprüchen gerecht werden. Einerseits werde am Standort ein kleines Gemeindezentrum für Muslime der Nachbarschaft entstehen, und anderseits wolle der Verband seine Theologenausbildung von Mülheim nach Kalk verlagern. „Wir möchten mit unseren neuen Nachbarn ein freundschaftliches und gedeihliches Miteinander aufbauen. Daher wollen wir einen kontinuierlichen Dialog mit der Nachbarschaft pflegen. Die Veranstaltung ist der Auftakt dazu“, betonte Imal.
Der Verband bildet bereits seit Mitte der 80er als einziger islamischer Verband seine Imame in Deutschland aus. Erol Pürlü, Dialogbeauftragter des VIKZ, stellte die vierjährige Ausbildung zum Imam im Detail vor, erläuterte Lerninhalte und Lernmethodik. Die Auszubildenden kommen aus ganz Deutschland und sind in der Regel auch hier geboren und aufgewachsen. Unterrichtet werde in Arabisch, Türkisch und Deutsch. „Die Wurzeln des VIKZ liegen im türkisch sunnitischen Islam, daher dient das Türkische uns als Religionssprache und das Arabisch als Sprache des Korans. Noch ist keine eigene religiöse Sprache für den Islam im Deutschen etabliert. Hier stehen die Entwicklungen erst noch am Anfang,“ so Pürlü. Seyfi Ögütlü, Generalsekretär und Pressereferent des Verbandes, erläuterte, dass der Verband sich nicht nur für die Ausbildung seiner Imame einsetze, sondern auch für deren Fortbildung. So kooperiere der VIKZ beispielsweise mit der evangelischen Bildungsstätte in Solingen, wo junge Imame Qualifizierungsseminare für freizeitpädagogische Betreuung für Kinder und Jugendlichen absolvieren.
Yunus Emre Pehlivan, der zurzeit seine Ausbildung zum Imam in Köln-Mülheim macht, erläuterte seine Motivation: „Ich bin Muslim, habe aber in meinem Elternhaus meinen Glauben nur unzureichend vermittelt bekommen. Für meine persönliche Lebensorientierung mache ich diese Ausbildung. Wahrscheinlich werde ich hinterher nicht als Imam tätig sein, sondern European Studies in Bremen, Berlin oder in den Niederlanden studieren“. Dass nur ein Teil der Absolventen letztendlich einen religiösen Beruf wählen, passiere häufig, unterstrich Nigar Yardim, die Frauenbeauftragte des VIKZ. Viele der Absolventinnen und Absolventen seien später in weltlichen Berufen tätig. Die Ausbildung diene ihrer Persönlichkeits- und Werteentwicklung. Der Verband bilde daher auch Theologinnen am Standort Bergisch-Gladbach aus. Auch wenn sich die Frauen nicht als Imam betätigen, so wären sie nach ihrer Ausbildung in den Gemeinden als Frauenbeauftragte aktiv.
Lothar Hodapp, Vorstandsmitglied des ehemaligen Eigentümers, des Vereins zur Förderung Katholischer Heimstatt- und Jugendsozialarbeit e.V., unterstrich die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit der letzten Jahre und betonte: „Ich finde es eine wunderbare Sache, dass die Dinge sich so gestalten. Den Weg, den wir gegangen sind ist der richtige.“
Nachbarinnen und Nachbarn stellten anschließende in der Diskussionsrunde Fragen zu den konkreten Maßnahmen in der Eythstraße und zum grundsätzlichen Verständnis des Islams. Die konstruktive Fragerunde mache erneut deutlich, wie wichtig ein dauerhafter Dialog sei, betonte Mustafa Imal. Die Veranstaltung sei ein Erfolg gewesen und man wolle diesen Dialog zukünftig fortführen.
Der Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. wurde 1973 in Köln gegründet. Er ist eine islamische Religionsgemeinschaft und ein gemeinnütziger Verein. Dem Verband sind bundesweit zirka 300 selbständige Moschee- und Bildungsvereine angeschlossen. Ziel und Zweck seiner Verbandsarbeit ist die religiöse, soziale und kulturelle Betreuung von Muslimen in Deutschland.