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Iftar-Essen des VIKZ bringt Kirche, Politik und Gesellschaft an einen Tisch
17. September 2009
Mustafa Imal, Präsident des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) begrüßte gestern Abend rund 150 Gäste zum gemeinsamen Fastenbrechen im Berliner Hotel Hilton.
Am 21. August begann in diesem Jahr für die Muslime der heilige Monat Ramadan. Seitdem fasten alle praktizierenden Muslime einen Monat lang jeden Tag von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Pünktlich zum Sonnenuntergang findet täglich das gemeinsame Fastenbrechen, der sogenannte Iftar, statt. Hierzu lud der Verband, wie jedes Jahr ein. Der Einladung sind eine Vielzahl von Vertretern aus Politik, Kirche, Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft gefolgt. Anwesend waren unter anderem Kardinal Sterzinsky, stellvertretender US Botschafter Greg T. Delawie, Innensenator Dr. Körting, Senatorin für Arbeit Soziales und Integration Dr. Heidi Knake-Werner, Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz Katrin Lompscher, Bevollmächtigter der Evangelischen Kirche in Deutschland Dr. Volker Faigle, Religionsattache der Türkischen Republik Hasan Hayri Yasar sowie Vertreter aus Parteien, Ministerien, Behörden und anderen zivilgesellschaftlichen Einrichtungen.
Innensenator Dr. Körting lobte die progressive Haltung des VIKZ bei der Imamausbildung und hob die Bedeutung von kultursensibler Pflege, die bei jüdischen und christlichen Mitbürgern beachtet, aber gegenüber muslimischen Mitbürgern noch fehle. „Wir haben eine multikulturelle Gesellschaft. Das ist nur ein Teil der Wahrheit. Wir haben auch eine multireligiöse Gesellschaft. Wir haben mit vielen Zuwanderern aus muslimisch geprägten Ländern eine Wiederbelebung der Religionen in Deutschland. Es ist wichtig, dass wir uns nicht Fremde bleiben.“ sagte er.
Kardinal Sternzinsky hob die Bedeutung des interreligiösen Dialogs hervor und übermittelte die Grußbotschaft der Katholischen Kirche zum Ramadanfest.
Unter den Teilnehmern war auch die jüdische Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Berlin Jael Botsch-Fitterling. Sie überbrachte auch die Grüße der Jüdischen Gemeinde in Berlin und wies daraufhin, dass das jüdische Neujahrsfest dieses Jahr mit dem Ramadan zusammenfalle. 10 Tage nach dem Neujahrsfest werde 25 Stunden gefastet ohne zu essen und zu trinken.
Darüber hinaus richteten die beiden Senatorinnen, Stellvertretender US Botschafter Greg Delawie und türkischer Religionsattache Hasan Hayri Yasar und Dr. Faigle Grußworte an die Gäste des Iftarabends.
In seiner Rede ging Imal auf die Bedeutung des Ramadan für die Muslime ein: „Der Ramadan ist für jeden gläubigen Muslim eine Zeit der inneren Ruhe und des Friedens in dem wir uns verstärkt Allah zuwenden“ und wünschte, dass der Ramadan zum friedlichen und respektvollen Miteinander aller Menschen in Deutschland beitragen möge. Der Verband begrüßte die rege Teilnahme an den bundesweiten Iftar-Essen, die in den rund 300 Gemeinden des VIKZ stattfinden. Imal betonte, dass insbesondere bei Missstimmung zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen der interreligiöse und -kulturelle Dialog eine wichtige Bedeutung habe. „Die grausame Tat in Dresden an unserer Schwester Marwa hat zu erheblichen Spannungen zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen geführt. Daher hoffen wir, dass der Ramadan besonders dieses Jahr eine Zeit der Begegnung und des Dialogs zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen wird. Des freuen wir uns umso mehr über das große Interesse an unseren Iftar-Essen“, führte Imal aus. Des Weiteren sagte Imal, dass der Ramadan einen Beitrag zur Integration leiste, den der Verband auch weiterhin anregen und ausschöpfen werde.
Mit Blick auf die kommende Bundestagswahl und die demokratische Mitgestaltung der Gesellschaft rief der Verbandspräsident die Gäste und die Gemeinde des VIKZ zur Wahl auf.
Abschließend wünschte Imal den muslimischen Teilnehmer ein gesegnetes Ramadanfest zum Wochenende.