Im Dialog mit Muslimen
Gebetshaus ist ein Ort für die ganze Familie

Viel zu entdecken gab es beim Besuch der Moschee inOelde.60 Interessierte, darunter auch Gisela Kirchhoff, besuchten das Haus des Vereins zur Förderung der integration und Bildung an der Wallstr. Anschließend entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über das Christentum und den Islam. Das Bild zeigt (v.l.) Gisela Kirchhoff, Kaplan Lars Hofmann, Religionswissenschaftlerin Susanne Mandelkow und den islamischen Theologen Selman Duran. Bild:Chri.Strotmann
Oelde (chri). "Ich habe schon viele Moscheen gesehen, vor allem in Andalusien", sagte Gisela Kichhoff, als sie mit etwa 60 anderen Oeldern das Haus des Veriens zur Förderung der Integration und Bildung in Oelde an der Wallstr. betrat. "Aber hier wird es für mich sicher wieder etwas Neues zu entdecken geben", war sich Gisela Kirchhoff sicher. Sie sollte Recht behalten.
Sie war am Mittwochabend der Einladung der KAB St. Johannes und des Katholischen Bildungswerkes gefolgt. Zunächst wurde die Gruppe durch den Gebetsraum des Hauses geführt. Selman Duran, ein islamischer Theologe aus Herten, hatte in Vertretung für seinen Kollegen Erol Pürlü die Führung der Oelder durch das Vereinshaus übernommen. So erklärte er den Zuhörern unter anderem, dass der Teppich so eingeteilt sei, dass er für jeden Gläubigen genau den Platz vorgebe, den er zum traditionellen Gebet brauche.
Doch das Vereinshaus hielt noch weitere Überraschungen für die Besucher bereit. "Besonders interessant finde ich, dass es in diesem Haus nicht nur einen Gebetsraum gibt, sondern dass es auch ein offenes Haus für Familie ist. Hier findet zum Beispiel auch eine Hausaufgaben- Betreuung statt", sagte Gisela Kirchhoff nach der Führung. Im Anschluss schenkte der muslimische Verein Tee aus. Und mit Susanne Mandelkow, einer Religionswissenschaftlerin, und den zukünftigen Kaplan von St.Johannes, Lars Hofmann, diskutierte Duran zum Thema "Gemeinsamkeiten erkennen- Unterschiede benennen". Dieter van Stephaudt, Leiter der Familienbildungsstätte Ahlen, moderierte das Gespräch. Ein Thema dabei lag auch der pensionierten Lehrerin Gisela kirchhoff am Herzen: Integration und Sprache. "Wir haben früher mit einer afghanischen Familie gelebt, it der wir auch sämtliche christlichen und muslimischen Feste gefeiert haben. Wir waren wie eine Familie. Dass die Mutter kein Deutsch sprach, fanden wir immer sehr traurig", brachte sie ihre persönlichen Erfahrungen mit ein. Ein Satz von Susanne Mandelkow wurde aber zum Motto für den Abend: "Dialog heißt: Andergläubigen auf gleicher Augenhöhe zu begegnen." Die Zuhörer waren begeistert von der Gastfreundschaft, die ihnen die Muslime entgegenbrachten. Kaplan Hofmann ist sich sicher, dass der Dialog zwischen Christen und Muslimen in Oelde weitergehen wird.
Die Glocke, den 31.08.2007