WAZ, 20.01.1998

Kulturverein will Kontakt vertiefen

Essen mit Rat und Pfarrern

Unproblematische Beziehungen haben sich die Vertreter des islamischen Kulturvereins und Bürgermeister Jochen Münzner bei einem Essen mit zahlreichen Politikern und Kirchenvertretern in der Moschee Am Schwarzbach bescheinigt.

In der Moschee des islamischen Kulturvereins trafen sich Vertreter des Rates, der Kirchen, der Schulen und der Polizei zum gemeinsamen Essen. Der Kontakt soll intensiver werden.
Trotzdem solle der Kontakt noch vertieft werden. "Wir sind zufrieden und wollen eine große Familie sein, denn Waltrop ist nicht so groß. Dann muß man auch mal Leute einladen und mit ihnen sprechen", sagte der örtliche Vorsitzende Esat Özden der WAZ. "Wir verfolgen keine politischen Ziele."

Gefolgt waren der Einladung zum Essen nach Sonnenuntergang - zur Zeit ist noch Ramadan - große Teil des Rates sowie Vertreter von Kirchen, Schulen und Polizei. Muhmet Demir, Pressesprecher beim Verband islamischer Kulturzentren, skizzierte deren Aufgabe als Dienstleister in religiösen, kulturellen und sozialen Fragen und bekräftigte die Zusammenarbeit mit christlichen und jüdischen Institutionen. Die Gemeinden stünden jedem offen, der sich dafür interessiere. Er betonte den Friedenswillen und verurteilte Ermordungen von Menschen im Namen der Religion.

Bürgermeister Jochen Münzner begrüßte die Einladung zum gemeinsamen Essen, ein noch besseres Kennenlernen werde dadurch ermöglicht. Die Kontakte zur Stadt seien gut, sagte der Ratsvorsitzende: "Wir haben keine Probleme."

Wichtiger Brückenschlag

Pfarrer Klemens Schneider nannte die Einladung "einen wichtigen Brückenschlag". Gerade angesichts wachsender Gottesferne sei der Dialog zwischen den Religionen wichtig. Schneider: "Diese Welt ist nicht alles." Weitere Kirchenvertreter waren an dem Abend Pfarrer Franz-Josef Durkowiak, Pastoratreferent Heiner Fehlker sowie der Pfarrgemeinderatsvorsitzende von St. Peter, Josef Schlierkamp.