Friedrichshafener See-Woche, 14.01.1998 |
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Heiliges Fasten und TafelnMuslime im Bodenseekreis feiern Ramadan |
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Ganze 20 wiederholt Hüseyin Tuncay an diesem Abend das rituelle Gebet seines Glaubens. Verbeugen, Hände an die Knie, knien, Stirn zum Boden, auf den Fersen hocken, nochmals Stirn zum Boden, auf die fersen zurück, verharren. In der Gebetsniesche, einer Art Längsschnitt durch eine hölzerner Miniaturmoschee mit Kuppel und Minarettpaar, betet der Imam vor. Sein kehliges "Allahu akbar" ("Gott ist groß"), verstärkt durch ein Mikro, gibt in der fast bildlosen Moschee des Verbandes der Islamischen Kulturzentren in Friedrichshafen, einem eindrignlichen Rhythmus vor. Schriftführer des Vereins, und mit ihm 60 andere männliche Besucher der Moschee beten anläßlich des islamischen Fastenmonats ein extra langes Nachtgebet. Denn der Ramadan, in Tuncays türkischer Muttersprache "Ramazan" genannt, ist auch ein intensiver Gebetsmonat. "Wenn ein innerer Wandel möglich ist, dann in diesem heiligsten aller islamischen Monate", ist Tuncay überzeugt. Auch andere "Vorschriften" zeugen von der vorrangig religiösen Bedeutung des Ramadans, der aufgrund des islamischen Mondkalenders mal 29 Tage, mal 30 Tage währt und der jährlich zehn Tage früher beginnt. In 29 Tagen ist der gesamte Koran durchzulesen. Das sind 20 Seiten oder 30 Verse täglich. "Es ist keine Pflicht, aber bringt Pluspunkte auf dem direkten Weg ins Paradies", sagt Tuncay etwas salopp. Der Ramadan nennt sich zwar Fastenmonat, aber gefastet wird täglich nur zeitweise. Die Vorschrift, , "die Körperöffnungen sämtlich zu verschließen", wie die Schriften lehren, sprich: nicht zu essen, zu trinken. |
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