Stadt Muenster, 18.12.1996
Info-Broschüre für Eltern und Erzieher 

Religiöse Toleranz im 
Kindergarten fördern 

Münster (SMS). Für die Kleinsten ist Weihnachten das Großte. Da fällt es schwer zu verstehen, wenn ein Kind im Kindergarten das christliche Fest gar nicht feiert, weil es Muslim ist. Eine schwierige Situation: Die Eltern möchten das Kind in ihrem Glauben erziehen, die Erzieher wollen es integrieren, nicht nur zu Weihnachten. 
  

Eine Informationsbroschüre für Eltern, Erzieherinnen und Erzieher präsentierte jetzt der Christlich-islamische Arbeitskreis                                                                                                                     Foto SMS 
 
 
Denn auch in anderen Bereichen zum Beispiel beim Essen oder bei der Kleidung, gibt es im Islam reli-giose Regeln, die auf Unverständ-nis stoßen können. Der Christlich -islamische Arbeitskreis Münster wirbt mit einer neuen Broschüre um Verständnis. "Zum Umgang mit muslimischen Kindern in Tagesein-richtungen für Kinder" lautet der Titel des Heftes das vom Amt für Kinder, Jugendliche und Familien unterstützt wurde. 

Es ist die erste Veröffentlichung des Arbeitskreises, der sich aus Vertre-tern der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften in Munster (ACK) und aus Vertretern der vier münsterschen Moscheen zusam-mensetzt. "Die Idee zu diesem Ar-beitskreis wurde im vergangenen Jahr bei der Woche des ausländi-schen Mitbürgers geboren", erläu-tert Klaus Wirth, stellvertretender Vorsitzender der ACK. "wir wol-len den Austausch zwischen Chri-sten und Muslimen intensivieren,

ner Irmgedruth, Domvikar und Vorstandsmitglied des Arbeitskreises. 

Rafet Öztürk, Mitglied des Ausländerbeirates, betont: "Die Kinder müsssen lernen, Unterschiede zu akzeptieren. Ausländische Kinder können sonst keine eigene Identität entwickeln und stehen zwischen zwei Kulturen." Auch für muslimi-sche Eltern soll die Broschüre eine Hilfe sein. "Oft können sie ihre Wünsche wegen Sprachschwierigkeiten nicht artikulieren", so Öz-türks Erfahrung. 

Um Praxisnähe zu gewährleisten, um zu einem offeneren und tole-ranteren Umgang miteinander zu gelangen." 

Man will nicht nur theoretisch reli-giöse Fragen erörtern, sondern auch praktische Hilfen für den All-tag geben. "Diese Informations-schrift macht Erzieherinnen, Erzie-her und Eltern mit dem Problem vertraut. Schon bei Kindern kann Toleranz gegenüber anderen Reli-gionen gefördert werden", so Rai 
 

wurden Erzieherinnen und Erzie-her aus münsterschen Kindertages-stätten und Clemens Homonn vom städtischen Amt für Kinder, Ju-gendliche und Familien in die Vor-bereitungen einbezogen. Am Ende steht nun "ein gelungenes Ergebnis christlich-muslimischer Zusammen-arbeit., bestätigt Amtsleiter Karl Janssen. Die Informationsschrift wird an alle Kindertageseinrich-tungen und deren Elternrate ver-teilt. Interessierte können die Schrift zudem in der Dienststelle des ACK, Aegidiistraße 67, Tel. 4 31 025, erhalten.