Von Miriam Diefenbach
Buchheim - Arabische Baukunst und Berliner Klassizismus - diese
beiden Stile könnten sich schon in bald in Buchheim vereinen. Für
2,5 Millionen Mark hat der "Verband der Islamischen Kulturzentren e.V."
die Villa Hahnenburg an der Bergisch Gladbacher Straße gekauft. Das
denkmalgeschützte Haus aus dem 19. Jahrhundert war vorher im Besitz
der Stadtsparkasse Mülheim an der Ruhr, die die Villa bei einer Zwangsversteigerung
erworben hatte.
Architektonisch wertvoll
"Wir stehen den neuen Besitzern positiv gegenüber und gehen davon
aus, daß der islamische Verin sämtliche "Denkmalauflagen einhalten
wird", erläuterte der Stadtkonservator Dr. Ulrich Krings, der die
Villa im Neo-Rennaisance-Stil für eine der architektonisch wertvollsten
in Köln hält. Bauliche Veränderungen an dem Haus müßten
mit der Denkmalbehörde abgestimmt werden, so Krings.
"Genaue Pläne für die Nutzung des Hauses haben wir noch nicht",
so Ibrahim Cavdar, Generalsekretär des Verbandes. Die nach dem Vorbild
des Berliner Klassizismus erbaute Villa soll eventuell als Wohnheim für
islamische Studenten genutzt werden. Der islamische Verband denkt aber
auch darüber nach, in dem Haus Büroräume einzurichten wie
Cavdar mitteilte.
Zunächst aber stehe die Renovierung des Hauses im Mittelpunkt,
erst danach könnten konkrete Pläne entwickelt werden. Schon jetzt
haben die Muslime damit begonnen, den Stuck im Inneren des Geäudes
restaurieren zu lassen. Außerdem sollen die Außenwände,
die wegen Feuchtigkeit stark beschädigt sind, neu verputzt werden.
Des weiteren muß das Dach repariert werden, durch |
das Regenwasser eindringt. Cav- adar: "Wir werden
aber vorher mit der Denkmalbehörde Rücksprache halten." Gearbeitet
wird derzeit auch im park. Einige der Bäume müßten beschnitten
werden, so der Generalsekretär.
"Es ist uns ein großes Anliegen, daß der Park mit seinem
wertvollen Baumbestand in der jetzigen Form erhalten bleibt", betonte Stadtkonservator
Krings. Bisher steht der Garten nocht nicht unter Denkmalschutz. Krings
hatte sich dafür zwar bereits vor Jahren eingesetzt, die ehemaligen
Eigentümer des Hauses hatten dagegen aber Widerspruch eingelegt.
Diesen Widerspruch wird auch der islamische Verband aufrechterhalten. "Wir
möchten gerne in einem Teil des Gartens ein zusätzliches Gebäude
errichten", sagte der Generalsekretär. "Wir lassen aber derzeit einen
Gutachter prüfen, welche Bäume als erhaltungswürdig gelten".
Der Verein plant innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre, im
Garten ein Kulturzentrum oder eine Moschee zu errichten. Bauskizzen dafür
liegen schon vor. "Wir werden die Moschee dem Stil der Villa anpassen",
erläuterte Ibrahim Cavdar.
Ähnlicher Stil
Arabische Baukunst mmit deutscher Architektur zu kombinieren, darin
sind die Muslime schon geübt. Bereits 1988 hat der Verband an der
Vogelsanger Straße eine moderne Moschee errichtet. In einem ähnlichen
Stil ist auch das Gebetshaus in Buchheim geplant. Den Ausschlag für
den Kauf des Gebäudes habe vor allem der Standort Bergisch Gladbacher
Straße gegeben. "In Buchheim und Mülheim leben sehr viele Muslime,
deshalb ist hier der Bedarf für ein Kulturzentrum groß", sagte
Cavdar.
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Kölner Stadt-Anzeiger - Nr. 178 - Freitag, 2. August 1996 - 13
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1872 hatte ein Kölner Brauereibesitzer die Villa Hahnenburg
erbauen lassen, die aber jetzt der islamische Verband gekauft hat. (Bild:
mir) |