Karlstadts Moschee zu Pfingsten fertig
Übergabe und großes Fest am 26. Mai - Moslems und Christen feiern gemeinsam
 
 Anzeigenblatt, 03.04.1996
(mari) Der Karlstadter Ableger des Verbandes der islamischen Kulturzentren mit Hauptsitz in Köln fiebert dem Pfingstsonntag entgegen. An diesem Tag wird in Karlstadt Unterfrankens erste Mo-schee offiziell ihrer Bestimmung übergeben. 

Noch laufen die letzten Arbei-ten des rund 2.3 Millionen teuren Projekts auf Hochtouren, das Übrigens ohne Zuschüsse ganz al-leine von den rund 80 Mitgliedern zählenden Verbandes getragen wird. Architekt ist ein Landsmann aus Köln, Demit Gülle. 

So manch ein Mitglied verzich-tete seit Baubeginn im Juni 1994 auf seinen Heimaturlaub und krempelte stattdessen lieber die Hemdsärmel hoch und packte mit an. Wo man die Arbeiten mit eige-nen Leuten verrichten konnte, ha-be man auf Fremdfirmen verzich-tet, erklärt Vorbeter Nihat Bicer. 

In den letzten Wochen wurde vor allem im Inneren der Mosche gearbeitet. Der Altarraum wurde mit handbemalten Fliesen (sie stammen aus der Türkei) von ei-genen Fachleuten ausgeschmückt (siehe Foto). Es fehlen noch die marmornen Treppenstufen und die Verkleidung der Kanzel. Auch die für eine Moschee so typischen Teppiche werden schon bald ge-liefert. Denn im Gegensatz zu un

Am 26. Mai, Pfingstsonntag, wird Karlstadts Moschee mit angeschlossenem moslemischen Kul-turzentrum (mit Koranschule, Verwaltung, Bücherei, Betsäle, Wohnung Geschäft u. a.) seiner Bestimmung übergeben. Das Bild zeigt einen Blick auf den mit handbemalten Fliesen ausgeschmückten Altarraum.          Foto: Risser 
 
-seren Gotteshäusern darf man ei-ne Moschee nur ohne Schuhe be-treten. 

Jeder ist bei uns willkommen, meint Nihat Bicer, ,,nicht nur Mos-lems". Man könne sich hier zum Tee treffen, Kebab essen und im

Obst- und Gemüseladen einkau-fen. 

Das islamische Zentrum Karl-stadt, das seit 1982 in der Altstadt ein eigenes Bethaus unterhält, wird schon bald also eine ange-messene religiöse Heimstätte be 
 

kommen. Bewußt möchte man, wie Bicer sagt, gemeinsam mit Christen und Moslems die Einwei-hung begehen. Ein Preudentag solls werden!  
Matthias Risser