Kölner Rundschau, 03.10.1994 |
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Fest der Begegnung gefeiertEine Demonstration für Mitmenschlichkeit und MitgefühlMoslems, Juden und Christen hatten sich gestern abend in einer Moschee zusammengefunden, um ein Fest der Begegnung zu feiern. Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (r.) betonte vor den anwesenden Gläubigen, die Toleranz gegenüber Andersdenkenden und Andersgläubigen zu leben. Zum ersten Mal war es einer Frau gestattet, in einer Moschee zu sprechen. |
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![]() Beim "Fest der Begegnung" zum Tag der der deutschen Einheit sprach Rita Sümuth (rechts) in der Moschee Vogelsanger Straße. |
"Was wäre die Deutsche Einheit, wenn wir sie nur auf uns Deutsche beziehen
würden. Eine einigende Gemeinschaft kann pur dort sein, wo die Vielfalt der Kulturen
und Religionen gelebt wird." Mit diesen Worten betonte Bundestagspräsidentin
Rita Süssmuth gestern abend die Bedeutung des friedlichen Zusammenlebens von
Andersdenkenden und Andersgläubigen. In der Moschee in der Vogelsanger Straße
hatten sich Moslems, Christen und Juden zusammengefunden, um am Vorabend des Tages der
Deutschen Einheit ein Fest der Begegnung zu feiern.
Die Vertreter aller Religionen hoben die historische Bedeutung dieses glaubenübergreifenden Treffens hervor. Zum ersten Mal war es einem Juden gestattet, in einer Moschee zu den Anwesenden zusprechen. "Dieses Fest der Begegnung", hob Günther Ginzel, Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Köln, hervor, "ist eine Demonstration für Mitmenschlichkeit und Mitgefühl." Das Zusammentreffen von Menschen unterschiedlichen Glaubens wurde auch durch das Nebeneinander von Lesungen aus dem Koran und Gesängen aus der hebräischen Bibel untermauert. In seiner Ansprache wies der Generalsekretär des Verbandes der islamischen Kulturzentren, Ibrahim Cavdar, auf die Prioritäten, einer neuen Weltordnung hin. "Es ist eine Tatsache, daß in dieser Ordnung der neuen Welt eine gemeinsame Grundlage geschaffen werden muß, auf der verschiedene Kulturen gleichberechtigt miteinander leben können." Alle Vertreter betonten die Notwendigkeit, von der jeweils anderen Kultur und Religion zu lernen und die Werte der Toleranz zu leben. Das sei ein schwieriger Prozeß, aber es sei wichtig, den Traum des friedlichen Zusammenlebens voranzutreiben. |