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Mystische Ausrichtung

Der Verband der Islamischen Kulturzentren gehört der sunnitisch-hanefitischen Ausrichtung des Islam an. Unter den Mitgliedern gibt es viele Muslime die auch eine mystische Ausrichtung des Islam praktizieren. Islamische Mystik wird auch als Sufismus (tasavvuf) bezeichnet. Sufis, Vertreter des Sufismus, setzen die absolute Liebe zum Schöpfer in den Mittelpunkt ihres Denkens und Handelns. Neben der Erfüllung der religiösen Pflichten sucht der Sufi das direkte Erleben Gottes (marifetullah).

Die mystische Ausrichtung des Verbandes ist geprägt durch die Elemente der Sufigemeinschaft der Naqschibandiyya. Die Naqschibandiyya ist eine „nüchterne“ Sufigemeinschaft des Islam, der im 14. Jahrhundert in Zentralasien entstand. In der Mitte des 20. Jahrhunderts entstand um den Gelehrten Süleyman Hilmi Tunahan (k.s.) eine Gemeinschaft in der Türkei, die in ihrer religiösen Ausrichtung auch  den Prinzipien der Naqschibandiyya folgte. Einige Schüler von Süleyman Efendi emigrierten in den 70er Jahren nach Deutschland und gründeten dort den Verband der Islamischen Kulturzentren.

Elemente

Der VIKZ übernahm aus der Naqschibandiyya-Tradition folgende Elemente:

 

"Wahrlich durch Zikr Allahs, Gedenken an Allah, werden die Herzen stille" (Quran 13:28)

 

Der „stille Zikir“ (zikri hafi), das „Ichlas Hatim“ und die „Sohbet“. Der "stille Zikir“ ist eine Form der Meditation, bei welcher der Teilnehmer sich innerlich Gott zuwendet und ihm gedenkt. Das Ichlas Hatim ist eine besondere Form der Koran-Rezitation. Im gemeinsamen Kreis wird speziell die 112. Sure „Ichlas“ (Sure der Aufrichtigkeit) rezitiert. Im Rahmen der Sohbet werden in der Gemeinschaft religiöse Themen wie auch  mystische Aspekte des Islam behandelt.

 


Anders als die Naqschibandiyya ist der VIKZ nicht als Sufi-Orden sondern als Religionsgemeinschaft organisiert. Als Sufimeister (Mürschid) gilt der im Jahre 1959 verstorbene Süleyman Efendi (k.s.).

„Süleymancılık“

Gelegentlich werden Angehörige des Verbandes der Islamischen Kulturzentren mit der Bezeichnung "Süleymancı" (Süleymanisten) umschrieben.

In der Türkei wurden die Schüler von Süleyman Efendi (k.s.) nach dessen Tode als „Süleymancis“ bezeichnet. Mit der Einführung des Laizismus im Jahre 1924 in der Türkei übernahm die Diyanet İşleri Başkanlığı (das Amt für religiöse Angelegenheiten) die Kontrolle über das gesamte religiöse Leben. Dies hatte zur Folge, dass alle religiösen Bildungsstätten im Land geschlossen bzw.  unter die staatliche Kontrolle überführt und unterstellt wurden. Private Lehrtätigkeit wurde verboten. Hiervon war auch die Lehrtätigkeit von Süleyman Efendi (k.s.) betroffen. Dieser hat jedoch seine private Lehrtätigkeit nicht eingestellt und betätigte sich weiterhin als Prediger im Beamtenstatus. 
In den Folgejahren war der Begriff „Süleymancılar“ in der türkischen Öffentlichkeit daher negativ behaftet, da der Staat in seinem besonderen laizistischen Selbstverständnis versuchte jedwede private religiöse Unterweisung zu unterbinden. Die Angehörigen der Gemeinschaft lehnen folglich den Begriff ab und identifizieren sich lediglich als Schüler von Süleyman Efendi (k.s.).

Süleyman Hilmi Tunahan Efendi (k.s.) (1888-1959)

Süleyman Efendi kam 1888 in Ferhatlar (heute Delchevo im Bezirk Razgrad) im heutigen Bulgarien zur Welt.
Nach seinem Abschluss an der Fakultät für Exegese und Hadiswissenschaften war er als "Dersiâm" (Gelehrte höchsten Grades des Hochschulwesens im Osmanischen Reich) an den Fatih und Süleymaniye Medresen (Islamische Hochschulen) tätig. Im Laufe der Vereinheitlichung des Bildungs- und Erziehungswesens in der nach Gründung der türkischen Republik wurden die Medresen abgeschafft. Somit verlor Süleyman Efendi (k.s.) seine Stellung als Dersiâm und war von da an als Prediger im Beamtenstatus in den großen Salatin-Moscheen (Sultansmoscheen) in Istanbul tätig. Mit der Einführung des Mehrparteiensystems ab 1946 und der Lockerung des Bildungswesens durch die neugewählte Regierung gründete Süleyman Efendi (k.s.) ohne jegliche staatliche Unterstützung eine Privatschule für religiöse Grundausbildung. In kurzer Zeit bildete er viele Imame aus, die bei der Diyanet İşleri Başkanlığı als Imame, Muezzine, Prediger und Muftis eingesetzt wurden. Süleyman Efendi und seine Schüler sind Angehörige des sunnitischen Islam und der hanefitischen Rechtsschule. Diese Ausrichtung des Islam ist fern vom Extremismus und Fanatismus und verfolgt eine moderate Linie.

KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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