Gebetskalender

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27. Oktober 2017 / 07. Safer 1439 - Lange Winterabende und freiwillige rituelle Gebete

Hutbe

Verehrte Muslime,

in unserer heutigen Hutbe möchte ich über die Notwendigkeit sprechen sich vermehrt der nafile ibadet,  das heißt freiwilligen rituellen Gebeten zu widmen - besonders an langen Herbst- und Winterabenden.

 

Die von Allah Teâlâ zur Pflicht erkorenen farz ibâdât stehen an oberster Stelle unserer Aufgaben als gläubige Muslime. Verrichten wir sie, so folgen wir den Geboten Allâh Teâlâs. Aufgaben für Gläubige hingegen, die nicht farz oder vacib sind, werden nafile ibadet genannt. Wenn ein mü´min, ein gläubiger Muslim also, nafile ibadet verrichtet, so folgt er damit zugleich der Sünnet Rasulullahs (s.a.v.) und erringt die Rıza-ı İlahi, das heißt Allâhs Wohlgefallen. Im Hinblick darauf legte Rasûlullâh (s.a.v.) großen Wert auf freiwillige, über die Pflicht hinausgehende Formen des Gebetes zu Allâh Teâlâ und wies mit seinem geehrten Wort „Der Winter ist der Frühling des gläubigen Muslims“ auf die Möglichkeit hin, lange Winterabende mit Ibâdet und Gebeten zu erfüllen. Ein Muslim sollte solch eine Chance für sich zu nutzen wissen.  

 

Liebe Muslime,

Cenab-ı Hakk spricht in der eingangs vorgetragenen ayet-i kerime: “Und in einem Teil der Nacht  verrichte mit ihm (mit dem Kur´an) den Namaz der Nacht (das Teheccüd-Gebet) als freiwilliges Zusatzgebet für dich.” Vor der Offenbarung dieser ayet-i kerime gebot Allah Teâlâ den fünf Mal am Tag zu verrichtenden Namaz und ließ erst danach diese Erklärung folgen, die zu Ibâdet in der Nacht anleitet. Unser aller Stolz, Rasûlullâh (s.a.v.), spricht in einem Hadis-i Şerîf: “O Ihr Menschen! Verbreitet den Friedensgruß, gibt Essen aus und verrichtet Namaz in der Nacht, wenn die Menschen schlafen, auf dass ihr in Frieden in die Cennet gelangt. ”

 

Verehrte Muslime,

die wichtigsten nafile-Gebete sind die Sunna-Gebete bei den täglichen rituellen Gebeten, dann der duha namaz (im Türkischen auch kuşluk namaz genannt), evvabin namaz, der in der Nacht verrichtete teheccüd-Gebet und schließlich der tesbih namaz. Darüber hinaus gibt es nafile-Gebete für die heiligen, Kandil genannten Nächte, und auch noch andere Formen des Gebets, die einem Muslim noch zusätzlichen spirituellen Gewinn eintragen. All dies sind Gebete, die Rasulullah (s.a.v.) uns allen besonders ans Herz gelegt hat.

Fahr-i kâinat, der Stolz der Welten, verrichtete selber diese ibâdât und ermunterte seine Familie und seine ashab, seine Gefährten also, sie gleichfalls zu verrichten. Manchmal, wenn er wieder lange in der Nacht gebetet hatte schmerzten ihm seine Füße. Die Mutter aller Muslime Hazret-i Âişe (r.anha) sah dies und sagte dann: “Oh Rasûlâllâh, euch sind alle Wege zur Verfehlung (Sünde) verschlossen, sowohl die vergangenen als auch die zukünftigen. Warum tut Ihr das?” Und er (s.a.v.) antwortete ihr: “Oh Aişe, darf ich nicht ein Diener Allah (c.c.)’s sein, einer der viel Dankbarkeit zeigt?” Von Zeit zu Zeit suchte er das Haus von Hz. Ali (r.a.) und seiner Tochter Fatıma auf und rief ihnen zu: “Wann werdet ihr euren Teheccüd-Gebet  verrichten?” Auch verrichtete Rasulullah (s.a.v.) vormittags den Duha Namaz und empfahl seiner Ümmet: “Verrichte das Morgengebet und den Duha Namaz. Denn diese beiden Gebete sind die Gebete der Evvab (jener Allâh nahen Menschen, die aufrichtige Reue praktizieren” und “Wer den Duha Namaz am vormittag (so oft wie möglich) verrichtet, dessen Fehler werden vergeben, auch wenn sie soviel sein sollten wie der Schaum aller Meere.” In einem anderen Hadis-i Şerif heißt es: “Die zwei Sünneteinheiten des Morgengebetes sind mehr Wert als die Welt selbst und alles was darauf ist.

 

Liebe Muslime,

wie wir in der vorgetragenen Âyet-i Kerîme und den Hadîs-i Şerîf gesehen haben, misst die großartige Religion des Islam der Zuwendung zu Allah durch Nafile-Gebete einen sehr hohen Stellenwert bei. Daher sollte ein selbstbewusster Muslim neben den farz- und vacib-Gebeten nach Kräften auch die nafile-Gebete verrichten. Ziel dabei ist stets die rızâ-i ilâhi, das Wohlgefallen des allmächtigen Schöpfers und die şefaat-i uzmaa, die Fürsprache Rasulullahs (s.a.v.). So spricht Allah Teala in einem Hadis-i Kudsi: “Durch die farz ibâdât bleibt mein Diener meinem Zorn fern, und durch die nafile ibâdât nähert er sich mir, dass heißt meinem Wohlgefallen.”

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